Archiv für 22. März 2007

22
Mär
07

McDon’t – Und keiner erfährt, was drin ist…

Kinderarbeit in England und in chinesischen Zulieferbetrieben, Ausbeutung und katastrophale Arbeitsbedingungen in Zulieferbetrieben, exzessiver Fleischverbrauch mit negativen ökologischen und sozialen Folgen, …

..mal abgesehen von den „üblichen Vorwürfen“ – der rothaarige Clown Ronald, mit seinen 1,5 Millionen Beschäftigten, und einem Jahres-Umsatz von 35,68 Milliarden Euro (in 2002, laut „Schwarzbuch Markenfirmen„), hat an mir noch nie wirklich was verdient. Mir hat Mäckes als Kind schon nicht geschmeckt, und heute als Lacto-Vegetarier blieben mir eh bloss die schlabbrigen Fritten, die mir weder den Weg noch das Geld wert sind, von den selbstgesetzten Prinzipien mal ganz abgesehen.

In den USA hatte McDonald’s seit 1990 sogar extra damit geworben, seine Pommes Frites in reinem Pflanzenfett zu brutzeln, damit waren sie auch für Vegetarier sowie für Hindus, die in der Regel keine Rinderprodukte essen, weil sie die Kuh als heilig betrachten, verträglich.
Um allerdings herauszufinden, dass die laut McDonald’s in Pflanzenöl frittierten Pommes Frites tatsächlich auch Rindertalg enthalten, hätten Kunden erstmal ganz genau nachfragen müssen.

So gab die Junk-Food-Kette 2002 zu, dass den Kartoffelstäbchen Geschmacksstoffe vom Rind zugesetzt werden, bevor sie an die Restaurants ausgeliefert werden. Das Unternehmen erklärt, man habe den Kunden den Einsatz von Talg nicht verschwiegen. In der Zutatenliste tauchen allerdings nur „natürliche Aromen“ auf.
Der Konzern macht allerdings geltend, dass das Unternehmen niemals ausdrücklich behauptet habe, die Pommes frites seien vegetarisch.

Mit einer Entschädigung von zehn Millionen Dollar hatte die Fast-Food-Kette versucht die Gemüter von Hindus und Vegetariern beruhigen.
Von diesen Millionen sollte jeder der insgesamt elf Kläger je 4.000 Dollar erhalten, der Rest des Geldes sollte nach Angaben von McDonald’s-Sprecherin Anna Rozenich an Verbraucherschutzorganisationen gehen. Mittlerweile versucht sich Mc ein „grüneres“ Image zuzulegen, für wie glaubwürdig man das auch immer halten mag.

Übrigens: Sogar auf dem US-Militär Stützpunkt Guantánamo Bay existiert eine Filiale

Nicht gewusst? Ich denk mal viele wussten das hier bisher ebensowenig:

Kennzeichnungslücke -
Und keiner erfährt, was drin ist

Vor drei Jahren startete Foodwatch ihre „Burgerbewegung“. Erklärtes Ziel: McDonalds dazu bringen, Fleisch von gentechnikfrei gefütterten Rindern einzusetzen. Doch die Fastfood-Kette teilt Kunden bis heute noch nicht einmal mit, dass gentechnisch veränderte Organismen Bestandteil ihrer Burger sind. (weiterlesen… @schrotundkorn.de)

„Täglich essen etwa 2,3 Millionen Menschen bei McDonald’s. Für sie werden jeden Tag mehr als 100.000 Kilogramm Hackfleisch zu Burgern verarbeitet, das von Kühen kommt, die gentechnisch verändertes Futter fressen…“ (siehe burgerbewegung.de)

..ob Tiere, deren Fleisch konsumiert wird, mit Gen-Pflanzen gefüttert wurden, muss Verbrauchern nicht mitgeteilt werden. Und Punkt.

Weitere namhafte Beispiele für dem Kunden heimlich untergeschobenes Gen-Food wären übrigens Müll(er)-Milch, oder auch „Landliebe„, wie nur allzuoft ein Name der zwar Naturverbundenheit und Umweltbewusstsein vortäuscht, hinter dem man aber die (vor allem für die Tiere) knallharte und allein auf Gewinnmaximierung ausgerichtete Industrie nicht vergessen darf.

Siehe auch:

- mcspotlight.org
- Was ist faul bei McDonald’s?
-
Gen-ethischer Informationsdienst
- markenfirmen.com

22
Mär
07

Konstantin Wecker – “Waffenhändler-Tango”

Text:

„Erst baun wir Waffen, dann verkaufen wir sie weiter,
dann wird ein Krieg geführt, natürlich ein gescheiter,
dann stelln wir uns auf irgendeine Seite,
die andre geht dann selbstverständlich pleite.
Dann finden wir das Ganze ganz gemein
und sammeln unsre Waffen wieder ein.

Dann gilt es, einen Krisenherd zu schaffen,
der braucht dann dringend unsre alten Waffen.
Und währenddessen basteln wir an neuen,
um einen potentiellen Gegner zu erfreuen.
Die muss man dann natürlich ausprobieren,
am lebenden Objekt studieren.
Begleiterscheinungen wie Hunger, Tod und Qual
sind zwar ein Schaden, doch nur co- und lateral.

Dann zündet einer wieder irgendwo die Welt an,
dann kommt der Richtige mal wieder an mehr Geld ran,
das macht dann irgendjemanden zu schaffen, -
schon braucht man wieder neue Waffen.
Und während weltweit alle protestieren,
kommen wir kaum mehr nach mit produzieren.
Wir züchten weiter emsig Patrioten
und halten sie als nützliche Idioten.

Dann brauchen wir noch irgendeinen Bösen,
von dem wir dann die freie Welt erlösen,
und finden wir nicht gleich einen Gemeinen,
dann basteln wir uns eben einen.
Es ist doch klar, dass jeder andre schlecht ist,
wenn unsre Sache einzig richtig und gerecht ist.
Drum lasst uns ewig weiter Waffen bauen,
die wir den andern um die Ohren hauen.

Man kann das nennen wie man will,
humanitärer Overkill,
heiliger Krieg, gerechte Sache,
die Fahne hoch, dass ich nicht lache.
Die ganzen Sprüche schenk’ ich Ihnen, -
beim Krieg gehts immer nur ums Geldverdienen.
Und unsre Freiheit ist, auch dieses Lied beweist es,
nur die des Marktes, nicht mehr die des Geistes.“

Homepage – Konstantin Wecker




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