Wie das britische Verteidigungsministerium bestätigt, hat die iranische Marine 15 britische Seeleute gefangen genommen. Die Seeleute der Fregatte HMS Cornwall hatten im Shatt Al Arab bei einer routinemässigen Kontrolle ein Handelsschiff auf Terroristen und Waffen überprüft.
Laut Zeugenaussage eines irakischen Fischers, der mit einer Gruppe aus Basra im nördlichen Bereich des Persischen Golfs unterwegs gewesen sein will,
durchsuchten die britischen Marinesoldaten am Freitagmorgen im Ras Al-Beesha-Bereich im Nordeingang des persischen Golfs ein Handelsschiff nach geschmuggelten Waffen und Terroristen, als iranische Kriegsschiffe aufkreuzten, die britischen Boote umzingelten und sie in iranische Gewässer lotsten. Aus Gründen der persönlichen Sicherheit möchte der Fischer unerkannt bleiben.
Außenministerin Margaret Beckett habe den iranischen Botschafter in London ins Auswärtigen Amt berufen. „Wir befassen uns mit dieser Frage in enger Zusammenarbeit mit den höchsten iranischen Behörden“, hiess es aus dem Ministerium.
Die britische Regierung verlange die sofortige und sichere Rückkehr ihrer Leute und Ausrüstung.
Die britische Seite besteht ausserdem darauf, dass sich die Patrouille bei der Festnahme in irakischen Hoheitsgewässern befunden habe, und gewaltsam in iranisches Gewässer eskortiert worden sei.
Am Mittwoch hatte sich der atomgetriebene französische Flugzeugträger Charles de Gaulle im Arabischen Meer mit dem amerikanischen Flugzeugträger USS John C. Stennis getroffen, laut der israelischen DEBKAfile zur Abstimmung gemeinsamer Missionen im globalen Krieg gegen den Terror. Die Charles de Gaulle wäre somit der 4. westliche Flugzeugträger, der zur Zeit in Angriffsnähe des Iran kreuzt. Sie wird von der französischen Task Force 473 begleitet, die aus fünf weiteren Kriegsschiffen besteht.
Am nächsten Tag hat die iranische Kriegsmarine, bereits zum vierten Mal in diesem Jahr, mit Manövern im Persischen Golf begonnen.
Dem iranische Marinechef Admiral Sadjad Kutschakibei zufolge sollen bei den Übungen Raketenboote, Zerstörer und U-Boote eingesetzt sowie Raketenstarts vorgenommen werden, um das Verteidigungspotenzial des Landes und Waffen aus iranischer Produktion zu demonstrieren. Die Übungen sollen bis 30. März dauern.
Kurz bevor die britischen Seeleute aufgegriffen wurden, beschuldigten britische Kommandeure in Basra den Iran hinter 90% der Gewalttätigkeiten im Süden Iraks zu stecken. Angeblich würden jedem der bereit sei britische Truppen anzugreifen $250 gezahlt.
Bereits im Juni 2004 wurden sechs britische Marinesoldaten und zwei Seeleute auf dem Shatt Al-Arab zwischen dem Iran und dem Irak durch die iranische Marine aufgegriffen und festgehalten. Ihnen wurde vorgeworfen, sich illegal in iranischen Hoheitsgewässern aufgehalten zu haben, sie wurden drei Tage später wieder freigelassen.
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