London (Reuters) – Die britische Regierung kann eigenen Angaben zufolge mit Satellitenfotos belegen, dass die vom Iran festgenommenen Soldaten nicht in die Gewässer der Islamischen Republik eingedrungen sind.
Die britischen Boote hätten sich eindeutig innerhalb irakischer Gewässer aufgehalten, als sie von der Marine der iranischen Revolutionsgarde gestoppt worden seien, erklärte der stellvertretende Chef des britischen Verteidigungsstabes, Vize-Admiral Charles Style, am Mittwoch. Demnach betrug der Abstand zur Grenze 1,7 nautische Meilen, das entspricht etwa drei Kilometern.
Der Iran hatte am Freitag 15 britische Soldaten und Seeleute in Gewahrsam genommen und ihnen vorgeworfen, im irakisch-iranischen Grenzgebiet im Persischen Golf in iranische Gewässer eingedrungen zu sein. Die Krise hat die wegen des Atomkonflikts ohnehin angespannten Beziehungen verschärft und vor allem auch an den Energiemärkten große Unsicherheit ausgelöst. Seit Beginn des Konflikts ist der Ölpreis deutlich gestiegen.
Quelle: reuters
Teheran hat Großbritannien im Streit um die im Iran festgehaltenen 15 britischen Marinesoldaten vorgeworfen, die Angelegenheit zu „politisieren“, die Briten wiederum haben nun „alle bilateralen Gespräche mit Teheran auf Eis gelegt„
Um die Situation weiter propagandistisch anzuheizen, werden natürlich immer wieder zwischendurch „kleine Gerüchte“ gestreut, zb. hätte der Iran ein amerikanisches Schiff im Persischen Golf angegriffen, was von einem Sprecher der US-Streitkräfte umgehend zurückgewiesen wurde, und, warum auch immer, von britischer Seite ebenfalls.
Dennoch: Die russische Militäraufklärung meldet erhöhte Aktivitäten der US-Streitkräfte an den Grenzen des Iran.
Was für „spitzenmässige Beweise“ solche Satellitenbilder sein können hat sich bereits Ende 1990 gezeigt, als Bush Sen. Stationierungsrechte für US-Truppen in Saudi-Arabien forderte, mit der Begründung die irakischen Truppen würden sich auf eine Invasion Saudi-Arabiens vorbereiten und Truppen an der Grenze zusammenziehen. Als Beweis dienten gefälschte Satellitenaufnahmen.
Wie „glaubwürdig“ auch von Blair vorgelegte „Beweise“ sein können, hat er bereits vor Beginn des letzten Irak-Krieges bewiesen, als er behauptete, der Irak könne innerhalb von 45 Minuten seine chemischen und biologischen Massenvernichtungswaffen einsetzen.
US-Präsident Bush begrüßte den Bericht und forderte den Sicherheitsrat auf, aufgrund der neuen Beweise nun schnell eine „scharfe Resolution, um diesen Mann zur Rechenschaft zu ziehen“, zu verabschieden: „Wenn sie das nicht leisten können, werden die USA und unsere Freunde handeln, weil wir an den Frieden glauben. Wir trauen diesem Mann nicht, und das führte der Bericht von Blair heute vor Augen.“
Übrigens: Wie schon Saddam Hussein vor seinem Sturz, so spricht auch der Iran bereits seit längerem davon, den US-Dollar nicht mehr als Verrechnungseinheit im Erdölhandel nutzen, sondern sein Öl auch in Euro und anderen Währungen zu verkaufen. Ausserdem wolle man die eigenen USD-Reserven auf einen Anteil von unter 20% kürzen.
China hat bereits begonnen verstärkt in Euro zu zahlen, Japan erklärte sich ebenfalls bereit künftig in Yen zu bezahlen. Vertreter des Irans hatten vor Monaten erklärt, dass mehr als die Hälfte der Opec-Kunden die übliche Zahlungsweise in Dollar umgestellt hätten.
Scheint also, dass sich der „Showdown“ langsam nähert… Oder glaubt noch jemand an ein Wunder?
Siehe auch:
Die Lüge vom bevorstehenden Einmarsch Saddams in Saudi-Arabien“ (@politblog.net)
Es war einmal… Amerika! – Die inszenierten Kriege (intern)
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