Archiv für 28. März 2007

28
Mär
07

Wieder mal “Beweise”: Großbritannien legt Satellitenfotos in Iran-Krise vor

London (Reuters) – Die britische Regierung kann eigenen Angaben zufolge mit Satellitenfotos belegen, dass die vom Iran festgenommenen Soldaten nicht in die Gewässer der Islamischen Republik eingedrungen sind.

Die britischen Boote hätten sich eindeutig innerhalb irakischer Gewässer aufgehalten, als sie von der Marine der iranischen Revolutionsgarde gestoppt worden seien, erklärte der stellvertretende Chef des britischen Verteidigungsstabes, Vize-Admiral Charles Style, am Mittwoch. Demnach betrug der Abstand zur Grenze 1,7 nautische Meilen, das entspricht etwa drei Kilometern.

Der Iran hatte am Freitag 15 britische Soldaten und Seeleute in Gewahrsam genommen und ihnen vorgeworfen, im irakisch-iranischen Grenzgebiet im Persischen Golf in iranische Gewässer eingedrungen zu sein. Die Krise hat die wegen des Atomkonflikts ohnehin angespannten Beziehungen verschärft und vor allem auch an den Energiemärkten große Unsicherheit ausgelöst. Seit Beginn des Konflikts ist der Ölpreis deutlich gestiegen.

Quelle: reuters

Teheran hat Großbritannien im Streit um die im Iran festgehaltenen 15 britischen Marinesoldaten vorgeworfen, die Angelegenheit zu „politisieren“, die Briten wiederum haben nun „alle bilateralen Gespräche mit Teheran auf Eis gelegt

Um die Situation weiter propagandistisch anzuheizen, werden natürlich immer wieder zwischendurch „kleine Gerüchte“ gestreut, zb. hätte der Iran ein amerikanisches Schiff im Persischen Golf angegriffen, was von einem Sprecher der US-Streitkräfte umgehend zurückgewiesen wurde, und, warum auch immer, von britischer Seite ebenfalls.

Dennoch: Die russische Militäraufklärung meldet erhöhte Aktivitäten der US-Streitkräfte an den Grenzen des Iran.

Was für „spitzenmässige Beweise“ solche Satellitenbilder sein können hat sich bereits Ende 1990 gezeigt, als Bush Sen. Stationierungsrechte für US-Truppen in Saudi-Arabien forderte, mit der Begründung die irakischen Truppen würden sich auf eine Invasion Saudi-Arabiens vorbereiten und Truppen an der Grenze zusammenziehen. Als Beweis dienten gefälschte Satellitenaufnahmen.

Wie „glaubwürdig“ auch von Blair vorgelegte „Beweise“ sein können, hat er bereits vor Beginn des letzten Irak-Krieges bewiesen, als er behauptete, der Irak könne innerhalb von 45 Minuten seine chemischen und biologischen Massenvernichtungswaffen einsetzen.
US-Präsident Bush begrüßte den Bericht und forderte den Sicherheitsrat auf, aufgrund der neuen Beweise nun schnell eine „scharfe Resolution, um diesen Mann zur Rechenschaft zu ziehen“, zu verabschieden: „Wenn sie das nicht leisten können, werden die USA und unsere Freunde handeln, weil wir an den Frieden glauben. Wir trauen diesem Mann nicht, und das führte der Bericht von Blair heute vor Augen.“

Übrigens: Wie schon Saddam Hussein vor seinem Sturz, so spricht auch der Iran bereits seit längerem davon, den US-Dollar nicht mehr als Verrechnungseinheit im Erdölhandel nutzen, sondern sein Öl auch in Euro und anderen Währungen zu verkaufen. Ausserdem wolle man die eigenen USD-Reserven auf einen Anteil von unter 20% kürzen.
China hat bereits begonnen verstärkt in Euro zu zahlen, Japan erklärte sich ebenfalls bereit künftig in Yen zu bezahlen. Vertreter des Irans hatten vor Monaten erklärt, dass mehr als die Hälfte der Opec-Kunden die übliche Zahlungsweise in Dollar umgestellt hätten.

Scheint also, dass sich der „Showdown“ langsam nähert… Oder glaubt noch jemand an ein Wunder?

Siehe auch:

Die Lüge vom bevorstehenden Einmarsch Saddams in Saudi-Arabien“ (@politblog.net)
Es war einmal… Amerika! – Die inszenierten Kriege (intern)

28
Mär
07

US-Flotte probt Angriffe – oder nicht?

Die US-Marine hat ihr größtes Manöver im Persischen Golf seit Beginn des Irak-Kriegs vor vier Jahren begonnen. Das meldete am Dienstag die Nachrichtenagentur AP. Gleichzeitig drohte der britische Regierungschef Anthony Blair mit härteren Maßnahmen, falls die am Freitag voriger Woche von iranischen Grenztruppen festgenommenen 15 britischen Marinesoldaten nicht schnellstens freigelassen werden.

An dem amerikanischen Manöver sind laut Associated Press zwei Flugzeugträger mit den sie begleitenden Kriegsschiffen und mehr als 10000 Soldaten beteiligt. 100 Kampfflugzeuge sollen Angriffe gegen die iranische Küste proben. Zu einer Flugzeugträger-Gruppe gehören in der Regel vier bis fünf Fregatten und Zerstörer sowie ein U-Boot.

De US-Marine hat zur Zeit die Flugzeugträger »Eisenhower« und »Stennis« in der Region. Nach offi­ziellen Aussagen befindet sich die »Eisenhower« als Drohpotential gegen Iran im Persischen Golf, während die »Stennis« außerhalb des Golfs operiert und angeblich nur die Kriegführung im Irak und in Afghanistan unterstützen soll. Wenn die AP-Meldung zutrifft, daß jetzt beide Trägergruppen ein gemeinsames anti-iranisches Manöver im Golf abhalten, würde das die Zweifel an der offiziellen Version unterstützen.

Ebenfalls in der Region, aber außerhalb des Persischen Golfs operiert der französische Flugzeugträger »Charles de Gaulle«, begleitet von einer Luftabwehr-Fregatte, zwei Fregatten zur U-Boot-Bekämpfung und einem U-Boot. Angeblich soll die Trägergruppe, die Mitte dieses Monats im Einsatzgebiet angekommen ist, ausschließlich die NATO-Operationen in Afghanistan unterstützen…

Quelle / weiterlesen…: jungewelt.de

Update: Iran dementiert Meldungen über groß angelegtes US-Manöver im Golf

Die iranischen Behörden haben Meldungen über ein groß angelegtes Manöver der US-Marine im Persischen Golf dementiert.

Die Erklärung des Kommandos der 5. Flottille der USA über eine umfassende Militärübung in der Region entspricht nicht der Wirklichkeit„, heißt es in einer am Mittwoch in Teheran verbreiteten Mitteilung des stellvertretenden Befehlshabers der iranischen Streitkräfte, Alireza Afschar.

Die iranischen Seestreitkräfte seien in erhöhte Kampfbereitschaft versetzt worden und beobachteten aus nächster Nähe Umdislozierungen ausländischer Kriegsschiffe im Raum des Persischen Golfes, hieß es… (Quelle: RIA Novosti)

..? Ich musste gerade an diesen kleinen irakischen „Propagandaminister“ denken, der 2003 immer für den Irak vor den Kameras stand, und seine recht eigentümlichen Pressekonferenzen veranstaltet hat. Bei einer hiess es, das Ganze erinnere ihn an den Hollywood-Film „Wag the Dog„, es gebe gar keinen Krieg…

In einem weiteren Artikel berichtet rian über den erfolgreichen Test einer amerikanischen „Superbombe„, die im Iran zum Einsatz kommen könnte.

Mehrere Nachrichten-Seiten schreiben inzwischen, die neue Resolution des UN-Sicherheitsrates zum iranischen Atomprogramm beinhalte zwar schärfere Sanktionen, schließe eine Gewaltanwendung gegen Teheran aber eindeutig aus.

Nur – Diese Resolution bezieht sich auf das iranische Atomprogramm – hat also keine wirkliche Bedeutung für andersartige Eventualitäten, z.B. im Zusammenhang mit den fünfzehn im Iran inhaftierten britischen Soldaten, die soeben im iranischen TV zu sehen waren.

Man darf wohl gespannt sein, was die Proagandamaschinerie beider Seiten in den nächsten Tagen noch so für uns bereithält…




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