Teil 2: Die „guten“ Kriege / Propaganda -
Die Geschichte der USA ist eine Geschichte voller „Missverständnisse“.
Ein blutiger Zyklus aus „Selbstverteidigung“ und „Demokratisierung“.
Die Geschichte der USA ist ebenso eine Geschichte von Verstrickungen zwischen Politik und Wirtschaft, speziell der Militär- und Ölindustrie; eine Geschichte über Macht, Familien, Geld, Geheimdienste, Manipulationen und Kriege.
Schon oft erwähnt, aber immer noch nicht bekannt genug – die zahlreichen „inszenierten“ Kriege in der verhältnismässig kurzen US-amerikanischen Geschichte.
Hier einige Beispiele für frühere von den Vereinigten Staaten, bzw. einigen ihrer einflussreichsten Geschäftemachern und Politikern, geplante, inszenierte und/oder propagandistisch benutzte Aktionen, die als Anlass dienten die amerikanische Bevölkerung in Richtung kommender, von den USA ausgehender, aber als „Selbstverteidigung“ verkaufter Kriege zu motivieren.
Diese Ereignisse zeigen nicht nur mit welcher Skrupellosigkeit Geschäfte mit dem Tode Unschuldiger aus reinen Profitgründen gemacht wurden und werden, sondern beweisen deutlich, dass auch Regierungen zur Umsetzung ihrer Ziele durchaus bereit waren/sind „Kollateralschäden“ an ihrer eigenen Bevölkerung in Kauf zu nehmen.
- 1898 – Der Untergang des US-Kreuzers USS Maine in der Bucht von Havanna, bei dem über 250 Marinesoldaten umkamen. Der so genannte „Maine-Zwischenfall“ gab den USA den Anlass zum Angriff auf die damals noch spanische Kolonie Kuba, und damit dem Beginn des Spanisch-Amerikanischen Krieges. Die Spanier wurden beschuldigt, das Schiff versenkt zu haben, spätere Untersuchungen ergaben jedoch, dass die Explosion an Bord selbst stattgefunden hatte.
In amerikanischen Zeitungen bezeichnete man die Spanier als Barbaren, bezichtigte sie, „Todeslager“ zu unterhalten, und sogar der Menschenfresserei.
Allen voran Joseph Pulitzer von der World und William Randolph Hearst vom New York Journal, die beide schon früh erkannt hatten, dass Sensationsnachrichten gute Verkaufszahlen versprechen. Beide Zeitungen versuchten sich im Kampf um höhere Auflagen mit z.T. manipulierten Sensationsberichten zu überbieten.
Die Kampagne fand Unterstützung bei einigen amerikanischen Geschäftsleuten, die große Investitionen in Kuba getätigt hatten, in deren Besitz sich die großen Rohrzuckerplantagen und Zuckermühlen der Insel befanden, und die davon träumten, die Spanier von dort zu vertreiben. Ausserdem bedeutete ein Sieg über Spanien einen wichtigen Schritt für die USA auf den Stufen zur Weltmacht
Doch die Öffentlichkeit zeigte wenig Interesse. Die Journalisten ebenfalls nicht. Der vom New York Journal nach Havanna entsandte Zeichner Frederick Remington schrieb seinem Chef in New York: „Hier gibt es keinen Krieg, ich bitte um Rückbeorderung.“, Hearst telegrafierte ihm: „Bleiben Sie! Liefern Sie mir die Zeichnungen, ich liefere Ihnen den Krieg.“ (“You furnish the pictures. I’ll furnish the war.”).
Mehrere Wochen lang widmete Hearst dem Vorfall in seinen Zeitungen Tag für Tag mehrere Seiten, forderte Vergeltung und wiederholte unablässig: „Remember the Maine! To Hell with Spain“, obwohl zu diesem Zeitpunkt eine spanische Schuld an dem Unglück noch gar nicht zur Diskussion stand.
Alle übrigen Zeitungen folgten seinem Beispiel. Die Auflage des New York Journal stieg zunächst von 30 000 auf 400 000 Exemplare und lag in der Folge regelmäßig über einer Million. Die Stimmung im Lande stieg bis zum Fieber. Unter allseitigem Druck erklärte Präsident William McKinley schließlich am 25. April 1898 Spanien den Krieg.
Hearsts massive Kampagne wurde von Orson Welles in dem Film „Citizen Kane“ (1941) nachgespielt, welchen Hearst erfolglos versuchte bereits während der Produktion zu verhindern oder zumindest zu beeinflussen.
- 1941 – Der japanische Überfall auf Pearl Harbor – Heute weiss man: Das US-Oberkommando hatte den japanischen Funkverkehr längst entschlüsselt und ließ den Angriff geschehen, 2300 Marinesoldaten kamen ums Leben. Die modernsten Flotteneinheiten, einschließlich der Flugzeugträger, waren vorher freilich abgezogen worden.
Im Gegensatz zu den eigentlichen Profiteuren war die US-Bevölkerung kriegsunwillig, musste also erst „motiviert“ werden, et voila – die bewusst in Kauf genommenen Opfer dieses Angriffs änderten die Stimmung in der Bevölkerung schlagartig und ermöglichten Amerikas Kriegstreibern den endgültigen Einstieg ins „milliardenschwere Geschäft“ des 2. Weltkriegs, und bot gleichzeitig Chancen eine neue „amerikanische“ Form des Kolonialismus zu beginnen, sowie die Möglichkeit an der Wunderwaffe Propaganda (geprägt von Edward L. Bernays, auch als „Vater der Public Relations“ bezeichnet, Neffe von Sigmund Freud) weiterzufeilen.
- 1962 – Operation Northwoods – Ein weiteres erschreckendes Beispiel für die kaltblütige Planung von Generalstäben sind die Operation-Northwoods-Papers (.pdf), in denen US-Generalstabschef Norman Lemnitzer (später Nato-Oberbefehlshaber) 1962 Pläne für inszenierte Terrorakte entwickelte, die einen Angriff auf Kuba möglich machen sollten.
„Es wurde diskutiert, mit welchen Mitteln man die Öffentlichkeit und die Vereinten Nationen bewusst täuschen und manipulieren könnte, um einen Krieg gegen Kuba zu entfachen. Es wird exakt dargestellt, wie man mit Hilfe der Medien ein Feindbild produziert“, heißt es in der Einleitung zu einer Recherche über das Northwoods-Dokument.
Es wurde mit der Absicht verfasst, eine allgemeine Zustimmung und Unterstützung für eine militärische Invasion von Kuba zu gewinnen. Die Stabschefs gingen davon aus, dass die US-Bevölkerung einen Militärangriff auf Kuba nur dann unterstützen würde, wenn dem Angriff bedrohliche und aggressive Aktionen der Inselnation gegen amerikanische Soldaten, Zivilisten, Kubaflüchtlinge oder Exilkubaner vorausgegangen wären.
Einige Empfehlungen der Operation Northwoods lauteten:
- Verbreitung falscher Gerüchte über Kuba durch geheime Radiosender
- Inszenierung von Angriffen, Sabotage und Aufständen mit jeweils anschließender Beschuldigung der kubanischen Truppen
- Versenkung eines amerikanischen Schiffes in der Guantanamo Bay
- Zerstörung einer amerikanischen Militärbasis oder eines amerikanischen Flugzeuges, anschließende Beschuldigung kubanischer Truppen
- Störung des zivilen Luftverkehrs, Angriffe auf Schiffe und Zerstörung eines US-Militärflugzeuges durch Flugzeuge vom Typ MIG
- Zerstörung eines angeblich mit ferienreisenden Studenten gefüllten Passagierflugzeuges
- Inszenierung einer Terroraktion: Mittels des tatsächlichen oder simulierten Versenkens kubanischer Flüchtlinge könnten wir eine kommunistische kubanische Terroraktion im Bereich Miami und in anderen Städten Floridas entwickeln, ebenso in Washington. Die Terroraktion könnte sich gegen kubanische Flüchtlinge richten, die in den USA zu landen suchen. Wir könnten eine unterwegs nach Florida befindliche Bootsladung Kubaner versenken. Wir könnten Attentate auf kubanische Flüchtlinge in den USA und die Art der Verletzungen weithin publizieren.
Detailliert wird im Northwoods-Dokument geschildert, wie ein Vorfall inszeniert werden könnte, der weltweit den Eindruck vermittelt, ein kubanisches Flugzeug habe eine zivile amerikanische Chartermaschine abgeschossen.
Nach der erfolgreichen Operation Northwoods wurde eine weitere Koordination durch die CIA geplant.
Präsident John F. Kennedy widersetzte sich den Northwoods-Plänen, und verhinderte damals in Zeiten des kalten Krieges die drohende Katastrophe.
- 1964 – Der Golf-von-Tonking-Zwischenfall, bei dem ein US-amerikanisches Kriegsschiff angeblich von nordvietnamesischen Schnellbooten mit Torpedos unter Beschuss genommen wurde.
Die daraufhin erlassene Tonkin-Resolution zur „Förderung der Erhaltung des internationalen Friedens und der Sicherheit in Südostasien“ (!) vom 7. August 1964 ermächtigt Präsident Lyndon B. Johnson zum Krieg – als Antwort auf eine nordvietnamesische Provokation, so die offizielle Lesart. Sie gab dem US-Militär freie Hand beim Angriff gegen Nordvietnam, und war der offizielle Beginn des Vietnam-Krieges.
1971 veröffentlichte der Pentagon-Mitarbeiter Daniel Ellsberg einen als Pentagon-Papiere bekannt gewordenen Bericht, der die Darstellung des Zwischenfalls durch die frühere Regierung als bewusste Falschinformation entlarvte. Zu diesem Zeitpunkt hatten der Krieg in Vietnam und die amerikanische Beteiligung bereits ihren Höhepunkt erreicht.
Am 30. November 2005 gab der US-Geheimdienst NSA geheime Dokumente frei und bestätigte damit indirekt, aber offiziell, dass der Vietnamkrieg infolge einer Falschmeldung begann.
- 1967 – Der Angriff auf die USS Liberty – Am 8. Juni 1967, während des Sechstage-Krieges zwischen einer arabischen Kriegsallianz der Staaten Ägypten, Jordanien und Syrien gegen Israel, wird das amerikanische Aufklärungsschiff „USS Liberty„, ein Spionagekreuzer der National Security Agency (NSA) vor der Küste Ägyptens plötzlich und über eine Stunde lang von israelischen Kampfflugzeugen und Torpedobooten angegriffen, von denen die Hoheitszeichen entfernt worden sind.
Die Israelis feuern mit allem, was sie haben: Raketen, Bomben, Maschinengewehren, Napalm, Torpedos. Sie wollen das US-Schiff mit seiner gesamten Besatzung versenken. Selbst Rettungsboote werden angegriffen. 34 Seeleute der „Liberty“ sterben, 171 werden verwundet.
Trotz der israelischen Bemühungen, das Kommunikationssystem der Liberty zu zerstören, wurden mehrere Notrufe abgegeben. 2 Flugzeugträger waren auch in der Nähe, und von beiden wurden Flugzeuge zur Untersuchung des Notsignals losgeschickt. Nur – dann hat Präsident Lyndon B. Johnson persönlich plötzlich den Rückzug der Flugzeuge befohlen, und somit zugelassen dass amerikanische Soldaten grundlos getötet wurden. Es wurde auch nicht das Geringste unternommen um die Verantwortlichen in der israelischen Regierung zur Rechenschaft zu ziehen.
War es den Amerikanern gar nicht unrecht, in diesen Krieg mit einzusteigen? Dieses Motiv darf nie ausgeschlossen werden. Kriege sind bekanntlich gut für die Eliten aus der Wirtschaft.
Zunächst behaupten die Israelis, nicht sie, sondern die Ägypter hätten das US-Schiff angegriffen. Den Amerikanern sollte ein Grund geliefert werden, aktiv an der Seite der Israelis in den Krieg gegen die Araber einzutreten. Offiziell blieben die USA in dem Konflikt neutral, um den Sowjets keine Handhabe zur militärischen Unterstützung Ägyptens und Syriens zu geben.
Als Israels Version nicht zu halten ist, behauptet die Regierung in Tel Aviv, ihre Marine habe die „Liberty“ mit einem ägyptischen Frachtschiff verwechselt, das mit Kriegsmaterial nach Alexandria unterwegs war. Bis heute halten die Israelis an dieser Version fest. Doch Journalist Christopher Mitchell präsentiert in seinem Dokumentarfilm „Angriff auf die „Liberty“ – Warum Israel im Sechstagekrieg ein US-Schiff bombardierte“ Aussagen von Zeugen, die belegen, dass die Israelis die „Liberty“ vor der Bombardierung eindeutig als US-Schiff erkannt hatten.
Und er liefert Beweise für seine These, dass Präsident Johnson und Verteidigungsminister McNamara den Tod ihrer Landsleute hinnahmen, um Israels Kriegsziele nicht zu gefährden.
- 1991 – Der Irak-Krieg – Der durch den Irak-Iran-Krieg hochverschuldete Irak erhoffte sich, durch eine Senkung der Ölförderquote eine Steigerung des Ölpreises zu erzielen, um seine Schulden zu begleichen, woraufhin Kuwait seine Quote erhöhte und die Preise senkte. Diese Olüberproduktion der Kuwaitis liess den Olpreis von 21 Dollar je Barrel auf 11 Dollar je Barrel fallen. Das kostete den verschuldeten Irak jährlich 14 Milliarden Dollar, was er sich nicht länger leisten konnte, es sei denn, er akzeptierte die wirtschaftliche Kapitulation.
Am 17. Juli 1990 warf der Irak dem Nachbarland Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten vor, weit mehr als die im Rahmen der OPEC vereinbarte Menge an Erdöl zu fördern und damit die Preise zu drücken. Außerdem bezichtigte der Irak Kuwait, durch Schrägbohrungen im Ölfeld Rumailah entlang der gemeinsamen Grenze aus irakischen Ölfeldern gefördert zu haben.
„Provoziert“ durch die kuwaitische Ölpreis-Politik und zugleich „ermuntert“ durch die Aussagen der damaligen US-Regierung unter Bush senior, die „USA haben mit Kuwait kein Verteidigungbündnis im Falle eines Angriffs, und kein Interesse am inner-arabischen Konflikt bezüglich der Grenze mit Kuwait“, marschierte der Irak schliesslich in Kuwait ein.
Die Propaganda-Abteilung – neben den „üblichen“ Vorwürfen, wie Besitz und Verbreitungsgefahr von Chemie-/ Massenvernichtungswaffen (was man als Lieferant ausnahmsweise sogar wirklich mal sicher wissen muss), und angestrebten Nuklearwaffen, sowie der ebenso „üblichen Dämonisierung“ – wäre da einmal die so genannte „Brutkasten-Lüge„:
Am 10. Oktober 1990 sagte vor dem Menschenrechts-Ausschuss des US-Kongress (Congressional Human Rights Caucus) ein 15-jähriges Mädchen unter dem Namen „Nayirah“ über angebliche Gräueltaten während der irakischen Kuwait-Invasion aus.
Sie sagte, sie habe freiwillige Arbeit im Al-Adnan-Krankenhaus in Kuwait-Stadt geleistet und dabei beobachtet, wie irakische Soldaten in der Entbindungsstation kuwaitische Babys aus ihren Brutkästen gerissen und sie zu Boden geworfen hätten. Die Brutkästen hätten sie mitgenommen. „Ich sah die irakischen Soldaten wie sie mit Gewehren ins Krankenhaus kamen und die Babys aus den Brutkästen nahmen und zum Sterben auf den kalten Boden legte“.
Am 27. November 1990 wiederholte Nayirah ihre Schilderungen sogar vor dem UN-Sicherheitsrat, gemeinsam mit einem weiteren Augenzeuge, der als Chirurg Dr. Behbehani vorgestellte wurde und nach eigenen Angaben einem Begräbnis von 40 Babies beigewohnt hatte, die auf die gleiche Weise ermordet worden waren.
Erst später stellte sich heraus, dass es sich bei dem Mädchen um Nijirah al-Sabah, die sich die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA, Saud Nasir al-Sabah, handelte. Die in den USA operierende kuwaitische Lobbyorganisation „Citizens for a Free Kuwait“ hatte die PR-Firma Hill & Knowlton beauftragt, Nayirahs Geschichte (die von Lauri Fitz-Pegado erfunden worden war) publik zu machen.
Wie sich ebenfalls herausstellte, war Dr. Behbehani kein Chirurg, sondern Zahnarzt, er gab nach dem Krieg offen zu, dass er gelogen hatte.
Das Ziel dieser Propagandalüge war es, zweifelnde Politiker und insbesondere auch die Bevölkerungen in den USA und anderen Staaten der Anti-Hussein-Koalition von der Notwendigkeit eines Waffenganges am Golf überzeugen.
Zwei Krankenschwestern der betreffenden Entbindungsstation erklärten später, dass Nayirah nicht dort gearbeitet habe und die von ihr beschriebenen Vorfälle niemals stattgefunden hätten. Nayirah war nie in einem Krankenhaus in Kuwait. Sie hatte Washington DC nie verlassen.
Nayirahs erfundene Geschichte hatte eine durchschlagende Wirkung auf die Politik der USA gegenüber dem Irak. Präsident George H. W. Bush erwähnte Nayirahs Geschichte in den nächsten fünf Wochen nicht weniger als sechs Mal.
Der US-Senat stimmte schließlich mit 52 zu 47 Stimmen für einen Krieg gegen den Irak, was 1991 zum Zweiten Golfkrieg führte. Es wurde in einer Umfrage nachgewiesen, dass es diese Story mit den insgesamt 312 Frühgeburten war, die die Öffentlichkeit gegen Hussein in Rage brachte und den 2. Golfkrieg erst möglich machte.
Craig L. Fuller, der Leiter von Hill & Knowlton ist ein persönlicher Freund des Vater’s Georg.W.Bush. Hill & Knowlton erhielt für diese Publikmachung später 14 Millionen Dollar von der US-Regierung.
(Pikanterweise: Noch am 24. Februar 2003, also unmittelbar vor Beginn des letzten Irak-Krieges, sendete das ZDF unkommentiert das Fernsehspiel „Live aus Bagdad“ über die Arbeit der CNN-Reporter im Irak 1990/91, obwohl der Film die erwiesenermassen erfundene und inszenierte Brutkasten-Story als reales Ereignis präsentiert, dabei war bereits seit elf Jahren bekannt, dass es sich dabei um eine Propagandalüge handelt.)
Als George Herbert Walker Bush amerikanische Truppen in den persischen Golf beorderte, um die irakische Invasion Kuwaits vom August 1990 zurückzuschlagen, war es Teil der Argumentation der Regierung, dass die irakische Armee auch Saudi-Arabien bedrohte (und daher dringend eine dortige Stationierung von US-Truppen nötig wäre).
Mit Verweis auf streng geheime Satellitenbilder schätzen Pentagonvertreter Mitte September, dass bis zu 250.000 irakische Truppen und 1.500 Panzer an der Grenze stehen würden und damit einen wichtigen Öllieferanten der USA bedrohen würden.
Doch als die St. Petersburg Times aus Florida in den Besitz zweier Bilder von kommerziellen russischen Satelliten kam, die zur gleichen Zeit gemacht wurden und die gleiche Region darstellten, waren keine irakischen Truppen an der saudischen Grenze zu sehen – nur leere Wüste. („Iraqi troops satellite photos“ were fake)
Und wer meint: ist doch klar, die Spuren hat der Wind verweht – nix is! Man kann heute noch auf Satellitenbildern im Wüstensand die Panzerspuren aus dem 2. Weltkrieg sehen.
- 2003 – Der nächste Irak-Krieg – den man wohl nicht ohne Miteinbeziehung eines vorhergehenden einschneidenden Ereignisses betrachten kann (und darf) – dem 11. September 2001, das „neuen Pearl-Harbor„.
Aufgrund des Umfanges an Theorien und Informationen zu 9/11 werde ich auf diesen Punkt an dieser Stelle nicht allzu umfassend eingehen – nur soviel:
Ein solches Ereignis wurde bereits 1998 im Strategiepapier des Project for the New American Century (PNAC, zu deutsch: Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert), als durchaus „hilfreich“ eingestuft – um den laut PNAC nötigen Prozess der „Umstrukturierung der amerikanischen Streitkräfte“ („Rebuilding Americas Defenses„, .pdf), sowie der gesamten restlichen Welt zu Gunsten Amerikas, zu beschleunigen.
„Further, the process of transformation, even if it brings revolutionary change, is likely to be a long one, absent some catastrophic and catalyzing event – like a new Pearl Harbor. „
auf deutsch: „Der Prozess der Transformation wird, obwohl er einen revolutionären Wandel mit sich bringt, voraussichtlich von längerer Dauer sein, außer im Fall eines katastrophalen und beschleunigenden Ereignisses – wie etwa einem neuen Pearl Harbor.“
Schliesslich weiss man beim PNAC auch:
„American leadership is good both for America and for the world“
Vorsitzender des PNAC ist der Publizist William Kristol, Herausgeber des „Weekly Standard“ und ehemaliger Herausgeber des Commentary Magazine. Gegenwärtige und ehemalige Mitglieder sind unter anderem auch Mitglieder der Bush-Regierung:
- Vizepräsident Dick Cheney
- der ehemalige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld
- sein ehemaliger Stellvertreter und jetzige Weltbank-Direktor Paul Wolfowitz
- Vize-Außenminister Richard Armitage
- der einstige Präsidentenberater Richard Perle
- der ehemalige Staatssekretät und ehemalige Botschafter bei der UNO John R. Bolton
- der ehemalige Stabschef des Vizepräsidenten Lewis Libby
- der Direktor der Drogenaufsichtbehörde William J. Bennett
- Zalmay Khalilzad, der spätere US-Botschafter in Afghanistan
Zu den weiteren Mitglieder gehören Jeb Bush, der ehemalige Gouverneur von Florida und Bruder des Präsidenten, der ehemalige CIA-Direktor James Woolsey sowie der Politologe Francis Fukuyama.
Sehr ausführliche Informationen zum PNAC bei politblog.net.

„Ehrlich – es war ein
vorbeugender Erst-Schlag.“
Beispiele für Verbrechen der CIA:
- 1953 Staatsstreich in Persien
- 1954 Paramilitärischer Umsturz in Guatemala
- 17./18.1.1961 Mord an Patrice Lumumba
- 1962 Umsturzversuche in Kuba
- 1973 Der Mord an General René Schneider, Oberbefehlshaber Chile
- 1973 Putsch in Chile, Ermordung und Folter von Abertausenden
- 1980 Ermordung des Erzbischof Romero
- 1986 Iran-Contra „Affaire“ und der illegale Nicaragua-Krieg
- Über ein Jahrzehnt Menschenversuche mit Gehirnwäsche im Geheimen…
- Ausführliche Infos über Hauptverantwortliche und Hintermänner, sowie über die „Präsidenten der USA als politisch Hauptverantwortliche“ sind zu finden bei sgipt.
Mehr zu Propaganda und Krieg allgemein..:
- Der Informationskrieg @miprox
- Kriegspropaganda: Die Mutter aller Lügen @gegeninformationsbuero
..zu guter letzt, als kleines Abschluss-“Highlight“ – Das Paper des „US Department of Homeland Security: Detention and Removal Strategy for a Secure Homeland“.
Es heißt -
*trommelwirbel*
–> ENDGAME – Office of Detention and Removal Strategic Plan, 2003 – 2012 (.pdf)
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Siehe auch:
Weiterführende Videos:
- Terrorsturm – deutsche Synchronisation – Teil 1 @video.google
- Dead in the Water – The Sinking of the USS Liberty @video.google
- Ein „Klassiker“: Donald Rumsfeld and Saddam Hussein @youtube
- Szenen: Der Irak-Iran-Krieg @video.google
- Die Wahre Geschichte des Golfkrieges 1991 @video.google
- Szenen: Der Krieg der USA im Irak – 2003-? @youtube
- „Es begann mit einer Lüge“ – Fälschungen in der Berichterstattung zum Kosovo-Krieg @video.google
Weiterführende Links:
- Macht und Ohnmacht der Worte : William Randolph Hearst und der Weg der USA zur Weltmacht, 1898-1917 (.pdf) @deposit.d-nb
- Wenn Präsidenten lügen – Daniel Ellsberg und die Pentagon Papers @3sat
- Die U.S.S Liberty @politblog
- Angriff auf die „Liberty“ – Warum Israel im Sechstagekrieg ein US-Schiff bombardierte @wdr
- Am Anfang stand die Lüge @telepolis
- Risky Business: The World According to Hill & Knowlton @pr-watch
- Die Lüge vom bevorstehenden Einmarsch Saddams in Saudi-Arabien @politblog
- „Governments lie“ @swans
- Kriegspropaganda: Die Mutter aller Lügen @gegeninformationsbuero
- Regierungen lügen immer, um einen Krieg zu begründen @hahn.blogkade
- Informationskrieger: PR-Agenturen im Dienst von multinationalen Konzernen und Lobbyverbänden, von Regierungen, Militär und Geheimdiensten @miprox
- Die geheime Geschichte der amerikanische Kriege – Verschwörung und Krieg in der US-Außenpolitik @miprox
- „Nützliche Lügen“ @uni-kassel
Anmerkung: Quellen teilweise direkt zitiert.
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