Archiv der Kategorie 'Korruption/Lobbyismus'

16
Jul
07

“The Corporation” – Das pathologische Streben der Konzerne nach Geld und Macht

„The Corporation. Das pathologische Streben der Konzerne nach Geld und Macht“ gibt Aufschluss über den Charakter und den kometenhaften Aufstieg der wichtigsten Institution unserer Zeit, des Konzerns. Ausschnitte aus Popkultur, Fernsehnachrichten und Firmenpropaganda dokumentieren, in welchem Maße die Konzerne Einfluss auf unser Leben nehmen.

Der Film zieht die logische Schlussfolgerung aus der Tatsache, dass der Konzern juristische Person ist, indem er ihn auf die Couch des Psychiaters legt und fragt: „Was für eine Person ist das eigentlich!“.
„The Corporation“ stellt die Frage nach der geistigen Gesundheit einer Institution, die im Geschäftsverkehr die Rechte eines Menschen genießt, ohne sich im mindesten um menschliche Werte zu kümmern. Der Film führt den psychopathischen Charakter der Institution „Unternehmen“ anhand von haarsträubenden Fallstudien vor, die zeigen, wie Unternehmen uns beeinflussen, unsere Umwelt, unsere Kinder, unsere Gesundheit, die Medien, die Demokratie und selbst unsere Gene – und wie sich die Menschen dagegen wehren.

Unter den 40 im Film Interviewten sind Konzernchefs und leitende Manager aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen: Öl- und Pharmaindustrie, Reifenherstellung, Schwerindustrie, PR, Branding, Werbung und verdecktes Marketing.
Darüber hinaus stehen ein mit dem Nobelpreis ausgezeichneter Ökonom, der erste Managementguru, ein Industriespion sowie eine Reihe von Wirtschaftswissenschaftlern, Kritikern, Historikern und Intellektuellen Rede und Antwort.

„The Corporation“ wurde mit 31 internationalen Preisen, 10 davon Publikumspreise, ausgezeichnet, u.a. dem Publikumspreis für Dokumentarfilm beim Sundance Film Festival 2004. Die DVD erscheint in Deutschland exklusiv bei Zweitausendeins.

„The Corporation. Das pathologische Streben der Konzerne nach Geld und Macht“. Englisches Original mit deutschen Untertiteln. Regie: Mark Achbar und Jennifer Abbott.

Teil 1:

Teil 2:
Reviews:

Die Spur des Psychopathen.

„Wahrscheinlich ist ‘The Corporation’ der meistprämierte Dokumentarfilm aller Zeiten …
Der Film ist eine akribische Darstellung des Wesens, der Entwicklung und der Auswirkungen des Großkonzerns in der modernen Kapitalgesellschaft …
Er zeigt, warum ein Konzern den Rechtsstatus einer juristischen Person besitzt, weshalb er sogar gesetzlich dazu verpflichtet, das eigene Wohl über das Wohl der Allgemeinheit zu stellen und auf moralische Skrupel keine Rücksicht zu nehmen …
Beispiele wie die Privatisierung des Regenwassers in der bolivianischen Stadt Cochabamba durch den US-Konzern Bechtel oder der Verkauf von Rechenmaschinen des amerikanischen Konzerns IBM während des Zweiten Weltkriegs an die Nazis, die in jedem Konzentrationslager für die logistische Bewältigung des Massenmordens verwendet wurden, zeigen deutlich die Spuren, die der Psychopath in Vergangenheit und Gegenwart hinterlassen hat …
Achbar, Abbott und Bakan führen auf 145 Minuten Länge den Beweis, dass im Moment kein Kraut gewachsen ist, das den Konzern resozialisieren könnte.“

Philipp Franz, Konkret, Oktober 2005

The Corporation – Schuhe vom Psychopathen

Eine Frage: Würdest du Brötchen vom Bäcker kaufen wenn du wüßtest, daß er seine Frau, Kinder oder Angestellten mißhandelt?

Bei Schuhen dürfte die Antwort schon etwas anders ausfallen. Oder anders gesagt, in Realität tun es immer noch die meisten Menschen obgleich sie auch diese Frage mit „Nein“ beantworten würden. Was das Eine mit dem Anderen zu tun hat erklärt ein neuer Dokumentarfilm aus Kanada: The Corporation (zu deutsch: Der Konzern).

phlow.net

Großartig bebildert und sehr kurzweilig.

„Das Thema des Dokumentarfilms ist gut abgehangen und nicht besonders sexy: Die Geschichte der Großkonzerne und ihr rücksichtsloser, weltweiter Kampf um Geld und Macht. Was aber die Kanadier Mark Achbar und Jennifer Abbottt daraus gemacht haben, ist sensationell: 145 brillant erzählte, großartig bebilderte und sehr kurzweilige Minuten. Nur zwei Ausschnitte: Fanta Orange wurde von Coca-Cola für Nazi-Deutschland erfunden, der Reifen-Multi Goodyear wollte mal einen US-Präsidenten stürzen. Nicht nur für Greenpeace- und Attac-Sympathisanten eine Pflichtveranstaltung.“

Stern, 11.8.2005

The award winning Canadian documentary ‘The Corporation’ has been released on BitTorrent for free. Filmmaker Mark Achbar just released an updated “official” torrent of it. Everyone is free to download, watch, discuss, and share it…

torrentfreak.com

Mehr zum Inhalt: Filmlexikon

Download (rs.com):

Part 1| Part 2| Part 3| Part 4| Part 5| Part 6| Part 7

Mirrors auf | Oxedion | Uploaded.to | netload.in | simpleupload | (xlice.net):

Hier klicken

Passwort: doku.dl.am

Größe: entpackt: 742MB, gerart: 622 MB (Xvid)

Dauer: 02:24:02

Uploader: dampfeimer (thx!)

Wer sich das Original kaufen möchte: Hier bestellen

Wem der Film gefällt, sollte über www.thecorporation.com etwas spenden und die Aktionen der Kanadier unterstützen.

Siehe auch:

- thecorporation.com
- The Corporation @wikipedia
- Schuhe vom Psychopathen @phlow.net
- alternativer Download / torrent @torrentfreak.com
- Soundtrack-Download @kikapu.net

09
Jul
07

War sells – Die Kriegsgeschäfte der USA

Vor dem Hintergrund der zahlreichen von Amerika in den letzten Jahren geführten Kriege und der ständig steigenden Militärausgaben liefert der Filmemacher Eugene Jarecki in seinem Film eine Innenansicht der Vereinigten Staaten: Dabei analysiert er, wie sich das Verhältnis der USA zu militärischen Interventionen seit Ende des Kalten Krieges verändert hat. Warum führt Amerika heute Krieg? Welche politischen, ökonomischen und ideologischen Kräfte stehen hinter dem Militarismus der USA und treiben ihn weiter voran? Welche Chancen bestehen, diese unheilige Allianz aus Militär, Politik und Industrie aufzubrechen und zu überwinden?

Zu Wort kommen unter anderem die Politiker Wiliam Kristol und Richard Pearl, der CBS-Journalist Dan Rather sowie der ehemalige CIA-Mitarbeiter Politologe Chalmer Johnson.

Der scheidende US-Präsident Dwight D. Eisenhower warnte 1961 in seiner Abschiedsrede vor der zunehmenden Verschränkung von Militär und Industrie. Er betrachtete den wachsenden Einfluss dieses „industriellen-militärischen Komplexes“ als eine der Hauptgefahren sowohl für die amerikanische Demokratie als auch für den Weltfrieden. 40 Jahre später scheint Eisenhower Recht behalten zu haben.

Allein im Jahr 2005 betrug das Militärbudget der vereinigten Staaten 400 Milliarden Dollar – und ist damit größer als das der 19 nächst größeren Länder zusammengenommen. Die Zusammenarbeit zwischen Armee, Industrie und Politik treibt immer neue Blüten: So wurde der Krieg im Irak nicht mehr allein von einer Berufsarmee geführt. Zahlreiche Privatfirmen waren beteiligt und ganze Bereiche der klassischen militärischen Tätigkeiten ausgelagert. Dabei ist ein undurchsichtiges Netz von Sicherheitsdiensten, Söldnern und Spezial-einheiten entstanden, deren Aktivitäten nur schwer zu kontrollieren sind und die bisweilen bewusst eingesetzt werden um an der Grenze zur Legalität zu operieren. Der Staat hat sein Gewaltmonopol aufgegeben, der Krieg ist zum Geschäft geworden.

Quelle: arte.tv

Siehe auch:

- War sells – Die Kriegsgeschäfte der USA @telepolis
- Die Verbandelung von US-Politikern mit der Rüstungsindustrie @politblog
- Es war einmal… Amerika! @intern

30
Mai
07

Kurzgefasstes…

Neocon Zoellick soll Chef von Weltbank werden

Washington: Der Präsident der USA, George W.Bush versucht eine weitere Rochade der ausblutenden Reihen von strammen Neokonservativen. Nachfolger von ex-Pentagonvize Paul Wolfowitz als Chef der Weltbank soll nun ausgerechnet Robert Bruce Zoellick werden, einer der Unterzeichner des 1998 vom „Project for a New American Century“ initiierten Briefes an Bill Clinton, in dem schon damals ein Eingreifen im Irak gefordert worden war…

..weitere spannende Fakten über Zoellick unter radio-utopie.

Krieg als lohnendes Geschäft – Das Handelsblatt richtet Kriegskonferenz aus

Die in Düsseldorf ansässige Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“ veranstaltet vom 3. bis 4. Juli in Berlin die Konferenz „Sicherheitspolitik und Verteidigungsindustrie“. Dort treffen sich Militärs, PolitikerInnen und VertreterInnen von Rüstungsfirmen, um nicht nur gemeinsam neue anstehende Militäroperationen anzudenken, sondern auch um Kontakte zu knüpfen und Geschäfte abzuschließen.

Dass Kapitalismus ohne Kriege nicht denkbar ist, zeigt schon die Geschichte. Deshalb ist es auch nur konsequent, wenn die größte Wirtschaftszeitung Deutschlands, das Düsseldorfer „Handelsblatt“, mit dieser Konferenz maßgebliche Exponenten der Kriegstreiberei an einen Tisch bringt. Schon zum vierten Mal findet die Konferenz „Sicherheitspolitik und Verteidigungsindustrie“ in Berlin statt. Im Dorint Sofitel Schweizerhof findet sich nahezu alles ein, was im europäischen Rüstungs- und Militärbereich Rang und Namen hat. Etwa 300 Personen werden erwartet…

..mehr dazu unter terz.org

Afrika nur ein „PR-Gag“ für G8?

Eine Woche vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm haben Hilfsorganisationen und Globalisierungskritiker die Afrika-Politik der reichen Industriestaaten scharf kritisiert. Die beim Gipfel der sieben führenden Industriestaaten und Russlands (G8) unter deutschem Vorsitz angestrebten Ziele seien „wohlfeile Rhetorik“, ein „Ablenkungsmanöver“ und klar gegen die Interessen Afrikas, kritisierten die Organisationen Attac, Oxfam sowie „Gerechtigkeit jetzt“. Sie warfen dem Westen erneut vor, die vor zwei Jahren zugesagte Verdopplung der Entwicklungshilfe bis 2010 auf dann jährlich 50 Milliarden Dollar deutlich zu verfehlen. (…) Den Industrienationen gehe es allein um den Zugang zu den Rohstoffen.

„Die G-8-Politik ist für Afrika kein Versprechen, sondern eine Drohung“, sagte Alexis Passadakis von der Welthandelskampagne „Gerechtigkeit jetzt“. Er warf Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, das Thema Afrika lediglich als „PR-Gag“ in der Öffentlichkeit verankert zu haben. Afrika sei kein Kernthema des Gipfels, so Passadakis weiter. Der von den Industriestaaten angestrebte Schutz von Investitionen und geistigen Eigentums sei unmittelbar gegen die Interessen Afrikas und verstärke die Nord-Süd-Geldströme…

..mehr dazu hier, hier und hier

Polizeistaatsmethoden – Aus der Pressemitteilung zum Wanderkessel am 28. Mai 2007 in Hamburg

Mit einem martialischen Polizeiaufgebot von mehreren tausend PolizistInnen wurde die friedliche und pluralistische Demonstration von über 6.000 GlobalisierungskritikerInnen gegen den ASEM-Gipfel der Außenminister in Hamburg von Anfang mit einem Wanderkessel begleitet.

Das Einsatzkonzept der Polizei war nicht nur ein Angriff auf die Grundrechte der DemonstrantInnen, sondern insbesondere auf die Prinzipien des demokratischen Rechtsstaates, auf die Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

Zu Beginn der Demonstration wurden die VersammlungsteilnehmerInnen durch Vorfeldkontrollen und Observationen stigmatisiert, von einem vierreihigen Wanderkessel der Polizeieinheiten eingeschnürt und einzelne DemonstrantInnen im Verlauf der Demonstration gezielt mit Schlagstöcken attackiert und provoziert.

Das Deeskalationsgebot des Bundesverfassungsgerichts (Brokdorf-Urteil) richtet sich aber nicht nur an die VersammlungsteilnehmerInnen, sondern auch an die Polizei und die politische Führung.

Durch das wiederholte plötzliche Aufstoppen der Demonstration aufgrund vermeintlicher Auflagenverstöße im hinteren Teil der Demonstration entwickelte die Polizeieinsatzleitung – wie nach einem Drehbuch – die bekannten und gewollten Aufschaukelungsprozesse. Die körperliche Gewalt ging eindeutig von den Polizisten aus, die willkürlich auf DemonstrantInnen einschlugen und brutale Festnahmen inszenierten.

Quelle: steinbergrecherche. Weitere Informationen zum Thema Polizeistaat/Anti-G8-Demonstrationen hier und hier.
Den Terminkalender zum Gipfelprotest, sowie Mitfahrgelegenheiten, etc. gibt es hier.

Vorbeugendes Einsperren von Blockierer rechtswidrig

Sechs Jahre nach der vorbeugenden Ingewahrsamnahme des Anti-Atom-Aktivisten Jochen Stay bei einem Castor-Transport nach Gorleben hat das Landgericht Lüneburg das Vorgehen der Polizei für rechtswidrig erklärt. (…) Das Urteil habe auch Bedeutung für die geplanten Blockadeaktionen beim G-8-Gipfel in Heiligendamm… (Quelle: ap)

Weil das Thema in den nächsten Wochen wieder eine grössere Rolle spielen wird – noch ein paar aktuelle Beiträge zum Iran…

ASEM-Treffen fordert Teheran zu Stopp der Urananreicherung auf

Die Vertreter der 43 Staaten des ASEM-Forums in Hamburg haben den Iran aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen und mit den Vereinten Nationen (UNO) zusammenzuarbeiten…

Brown will Militäreinsatz nicht ausschließen

Der britische Premierminister in spe Gordon Brown will militärische Reaktionen im Atomstreit mit dem Iran nicht ausschließen…

Spionageanklage gegen drei US-Amerikaner

Wissenschafterin Esfandiari und Mitangeklagte sollen Netzwerk für „sanfte Revolution“ aufgebaut haben – Die US-Regierung hat die Führung in Teheran aufgefordert, drei wegen Spionage angeklagte US-Bürger unverzüglich freizulassen. US-Außenministerin Condoleezza Rice bezeichnete die Anklagen als Rechtsbeugung. „Die Angeklagten seien in keinerlei Spionage verwickelt, sondern gute Bürger beider Staaten…“

Alle drei Artikel sind hier zu finden. Dazugehörig, schon etwas länger Thema, und bereits im Irak realisierter Kriegs-mit-grund:

Ölpreis bald in Euro?

Der Iran rechnet mittlerweile etwa 70 Prozent seiner Öleinnahmen nicht mehr in Dollar ab und könnte sich weiter von der US-Währung lösen. Auch Venezuela ist dafür…

..ganzer Artikel hier.

BILD Springer’s Welt Der Zentralrat der Juden warnt vor Terror-Transrapid

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat vor dem möglichen Bau einer Transrapid-Strecke in Iran mit Unterstützung deutscher Unternehmen gewarnt. Angesichts der nuklearen Ambitionen und menschenverachtenden Äußerungen des Machthabers sei es skandalös, Geschäfte mit Teheran zu machen“, erklärte die Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch.

Mit „Holocaust-Leugnern“ dürfe keine Geschäftsbeziehung eingegangen werden, sagte sie mit Blick auf Äußerungen des Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Eine Wirtschaftszusammenarbeit unterwandere zudem den Gedanken des Boykotts und sei ein „fatales politisches Signal“. Ferner werde der geplante Transrapid „nicht nur Pilger, sondern auch Waffen und Terroristen transportieren können“… (zur Quelle)

..sieh mal an..

Übrigens – morgen beginnt die diesjährige Bilderberg-Konferenz, dieses mal in Istanbul. Mehr Infos dazu hier oder hier. Interessantes zu den Bilderbergern auch unter wikipedia. Informationen zur letztjährigen Konferenz, Video und Teilnehmerliste bei infokrieg.tv.

Abschliessend – Zum Entstehen eines Mainstream ein Zitat aus „Mein Kampf“ - Adolf Hitler über die Verführbarkeit der „Masse“ – extrem lesenswert, und zu finden auf den nachdenkseiten.

07
Feb
07

Zinseszins gleich Schuldesschuld

Sie haben so etwas sicherlich schon mal im Fernsehen gesehen oder gar selbst erlebt: Es handelt sich um eine Verkaufsveranstaltung für überteuerte Reinigungsgeräte. Um den Entscheidungswillen der potentiellen Käufer zu stärken, werden klitzekleine Hausstaubmilben in zigfacher Vergrößerung an eine übergroße Leinwand projiziert. Derartig ins Gruseln versetzt kaufen viele ein Gerät.
So in etwa laufen seit langem die Medienkampagnen zur angeblichen Überalterung der Gesellschaft. Die Horrorbotschaft ist klar: Wer heute jung ist, wird im Alter zwischen Armut, Kriminalität, Medizin-Schwarzmarkt und Sterbekliniken dahinvegetieren.

So sollen Sie – lieber Leser – zur privaten Altersvorsorge verleitet werden

Und auch die Schuldigen sind schnell ausgemacht: Es sind egoistische Singles, die einfach nicht die künftigen Jugend- und Langzeitarbeitslosen heranziehen wollen. Tatsächlich ist die Zahl der über 65-Jährigen in Deutschland von 1950 bis 2000 auf mehr als das Doppelte angestiegen. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt inflationsbereinigt immerhin auf etwa das Dreifache. Weniger Arbeitskräfte können dank der gesteigerten Produktivität immer mehr Menschen mit Gütern und Dienstleistungen versorgen. Der zu verteilende Kuchen wird also Jahr für Jahr vergrößert. Wenn aber der Reichtum ständig zunimmt, warum gibt es dann immer weniger zu verteilen?…

weiterlesen (detlef-ouart.de)

09
Dez
06

Ethnische Zwangsumsiedelungen im Irak?

USA/Israel: Geheimtreffen wegen „Bosnien-Option“

Im Washingtoner SABAN-Center treffen sich an diesem Wochenende Hillary und Bill Clinton, der israelische Nazi Lieberman, die israelische Außenministerin Livni, Shimon Peres, der Chef des israelischen Militärgeheimdienstes Amos Yadlin sowie David Welch, der US-Sonderbeauftragte für den Nahen Osten.

Medienberichten zufolge findet die „geschlossene Veranstaltung“ von Politikern und Regierungsmitgliedern Israels und der USA im Think Tank (dt: „Denk-Panzer“) SABAN Center des israelisch-amerikanischen Milliardärs Haim Saban statt. Saban ist Hauptaktionär der Fernsehsender „Pro Sieben“ und „Sat 1″ in Deutschland sowie Arbeitgeber der zuständigen Nachrichtenredaktionen, versteht sich. Jedenfalls noch – die Anteile der „ProSiebenSat.1 Media AG“ sollen demnächst an Berlusconis Berieselungskonzern „Mediaset“ verschachert werden.

Nun, im SABAN Center jedenfalls wird hinter verschlossenen Türen sicher eifrig diskutiert werden. Sicher auch über ein gewisses „Action Memorandum“ mit dem vielsagenden Titel „Eine Bosnien-Option für Irak“ („A Bosnia Option for Iraq„) mit dem offiziellen Erscheinungsdatum 1.Januar 2007, aber schon jetzt auf der Website des SABAN Centers beworben. Verfasser des Papiers: Denk-Panzer Michael E. O’Hanlon und Edward P. Joseph.

O´Hanlon ist Mitglied der „US-Demokraten“ und gilt als der Militär- und Außenexperte dieser Partei, die für ihr Geld immer so tun muß, als sei sie wirklich eine. Joseph war über 10 Jahre im Balkan, bei der US-Army und für die UNO tätig und erledigte 2004/2005 „Aufgaben“ im Irak für die dortige „Regierung“, was immer das auch heißen mag …

In Auftrag gegeben wurden das Memo vom „Foreign Policy Studies Program“, welches sich wiederum auf folgende Institutionen stützt:

* das Saban Center für Nahost Politik
* das „Center for Northeast Asian Policy Studies“
* das „Center on the United States and Europe“
* das „John L. Thornton China Center“
* das „Internally Displaced Persons Project“
* das „Project on U.S. Relations with the Islamic World“
* die „21st Century Defense Initiative“
* sowie auf Militär- und Energieexperten.

Als Absender von „The Bosnia Option“ wird in der Überschrift bizarrerweise ein fiktives „Ministerium für weniger schlimme Optionen im Irak“ angegeben. Adresse, ganz lapidar: an „Potus“. Wer ist „Potus“? Guckst Du Wikipedia, fällst Du um. Es ist der Präsident der Vereinigten Staaten … (10)

Die „Bosnien Option“
In dem Memo entfaltet sich anfangs die ganze Fantasie, die das Weiße Haus die letzten Jahre in die Welt hinaus blies, jetzt weiß man auch, woher der Wind wehte. Die irakische Wirtschaft habe da schon ihre „Lichtblicke“, heißt es da, aber insgesamt, so nach Abwägung, sei die „Perfomance“ (bitte merken, für die nächste Tarifverhandlung) der Infrastruktur „nicht besser als unter Saddam“. Der „private Sektor“ würde nicht genug investieren, und die „Mittel-Oberschicht“, also vermögende Irakis („Iraqis with means“), würden das Land verlassen. Aber auch bei 650.000 toten Irakern seit Kriegsbeginn heißt es da, „Trotz aller Fehler: wir lagen im Kern richtig“. Und wer jetzt überstürzt abziehen wolle, der spiele Al Qaeda in die Hand und löse einen Flächenbrand im Nahen Osten aus.

Nichtsdestotrotz, so wird das Resümee gezogen, die „sektiererische Gewalt“ ließe einem keine andere Möglichkeit, als über andere Wege nachzudenken. Man möge da nur, so heißt es in dem Memo, an Bosnien denken. Das Eingreifen der NATO, sowie ein UN-Kontingent habe damals in Bosnien schließlich das Ruder rum gerissen, nach diesem Beispiel solle man im „zerfallenden Irak“ nun militärisch verteidigungsfähige „Sub-Regionen“ schaffen.

Und dann:
„Ethnische Umsiedelung“ sei zwar widerwärtig und kaum frei von Risiko, aber „ausgeführt als Regierungspolitik“ könne das Ganze weniger traumatisch ablaufen als auf dem Balkan (wie beruhigend, finden Sie nicht …?) Über 500.000 Iraker seien bereits während des Irak-Krieges vertrieben worden, die Zahl würde schnell immer höher steigen. Sei es da nicht an der Zeit, bei „einem humaneren Prozess der Umsiedelung“ zu „assistieren“? Die zurückbleibenden leeren Häuser würden natürlich an die Regierung fallen, selbstverständlich nur, um sie dann an andere Flüchtlinge zu übergeben, die dann im Zuge dieses „Austauschprogramms“ („swapping program“) eintrudelten.

„Wir wollen vielleicht nicht, daß US-Streitkräfte direkt an dem teilnehmen, was manche vielleicht als Dulden einer Art von Selektion ansehen könnten, auch wenn es viel treffender umschrieben wäre als `Beschützen von Menschen, die ein neues Leben beginnen´. Deshalb wäre es besser, die NATO führte diese Mission unter ihrem Banner aus …“

weiterlesen… -> 0815-info.de




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